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Garmin Vector S Test 2014

Ein Jahr nachdem Garmin nach langer Wartezeit das Vector Wattmesspedal herausgebracht hat, wurde auf der diesjährigen Eurobike der kleine Bruder – das Vector S vorgestellt. Garmin hat uns bevor die ersten Einheiten ausgeliefert werden ein System zu Testzwecken zur Verfügung gestellt.

Das Vector System misst die Leistung mittels Piezosensoren in der Pedale. Das hört sich einfacher an, als es ist, denn an dieser Messstelle gibt es viele Faktoren die berücksichtigt bzw. durch die Software herausgerechnet werden müssen. Vermutlich hat aus diesem Grund die Entwicklung bis zur Marktreife deutlich länger gedauert als damals angekündigt.

Aber was ist nun der Unterschied bei den verschiedenen Vector Varianten?

Garmin Vector S vs. Garmin Vector

Um es vorweg zu nehmen: Beim Vector S hat man auf die Messung in beiden Pedalen verzichtet. Gemessen wird nur noch auf der linken Seite. Ein cleverer Schachzug nachdem Stages ein funktionierendes „einseitiges“ System herausgebracht hat…
Unsere Erfahrungen haben gezeigt, dass nur wenige Radsportler oder Triathleten eine relevante Rechts-Links-Dysbalance haben, die eine einseitige Leistungsmessung schwierig macht.

Wer glaubt, dass das Vector S durch den Wegfall der Elektronik auf der rechten Seite leichter wird, wird enttäuscht. Das Gewicht der Pedale ist gleich geblieben, lediglich der Sender auf der rechten Seite entfällt. Allerdings ist der Preis erheblich geringer als beim beidseitigen Vector. Mit einer UVP von 849€ inkl. MwSt. liegt das Vector S nun etwa auf dem Niveau wie das Stages Powermeter. Ab Mitte Oktober 2014 wird das Garmin Vector S bei uns verfügbar sein.

Lieferumfang



Die Verpackung des Vector S ist etwas kleiner aber genauso hochwertig und robust wie beim großen Bruder. Damit übersteht sie viele Transporteinsätze (z.B. ins Trainingslager) und schützt die Elektronik zuverlässig. Beim Öffnen der Box fällt gleich ins Auge, dass nur ein Sender im Lieferumfang enthalten ist. Beim Blick auf die Pedalachse wird deutlich, dass nur die linke Seite mit der Messelektronik ausgestattet ist. Die rechte Seite lässt sich bequem mit einem Inbus-Schlüssel montieren. Neben den Pedalen und der obligatorischen Bedienungsanleitung gehören noch Cleats samt Schrauben, ein Sender, Unterlegscheiben für den Sender und ein ANT+ Stick für Firmwareupdates zum Lieferumfang.   

Kompatibilität

Die Montage  des  Garmin Vector S ist an nahezu jedem Fahrrad möglich. Es gibt zwei verschiedene Sendergrößen um verschieden breite Kurbelarme zu bedienen. Problematisch wird’s, wenn zwischen Kurbelarm und Kette weniger als 5mm Platz ist. Das ANT+ Übertragungsprotokoll ist weit verbreitet. Somit können die Leistungsdaten auf einer Vielzahl Geräten angezeigt werden.

Installation

Das rechte Pedal wird wie eine herkömmliches Pedal montiert. Auf der linken Seite gibt es jedoch ein paar Dinge zu beachten:

1. Der Sender darf nicht auf der Kurbel aufliegen, dafür sind die Unterlegscheiben mit dabei.

2. Der Sender muss beim Festschrauben festgehalten werden, damit er sich nicht gegen die Kurbel dreht und im schlimmsten Fall bricht.

3. Das Drehmoment sollte für eine genaue Messung der Leistungswerte beachtet werden. Bei einem 25cm langen Pedalschlüssel sind etwa 15kg Gewichtskraft am Ende des Schlüssels für das korrekte Drehmoment erforderlich. Etwas mehr ist unproblematisch, aber wenn man sich z.B. mit dem vollen Körpergewicht auf den Schüssel legt, dann brechen die Pedalssender oder die Messeinheit wird beschädigt... Ein 3/8‘‘ Drehmomentschlüssel und die Verwendung eines Krähenfußadapters ermöglichen, die Pedale genau mit dem von Garmin angegeben Drehmoment festzuziehen.

Nach erfolgreicher Montage müssen dann noch die Montagewinkel einmalig kalibriet werden. Ganz so Plug and Play ist das System also nicht, aber wenn man das Pedal einige Male montiert hat, geht die Montage problemlos von der Hand.

Im Einsatz

In der Praxis ist das Vector S einfach zu bedienen. Wenn das System einmal mit dem Aufzeichungsgerät, wie zum Beispiel einem Garmin Edge 1000 oder einem anderen ANT+fähigen Radcomputer gekoppelt ist, dann sollte vorm Start noch die Kalibration über das Menü des Radcomputers erfolgen, und dann kann es losgehen. Während unseres Test wurden die Leistungswerte stets zuverlässig angezeigt. Zur Batterielaufzeit können wir keine Aussagen machen, da wir das Vector S nur zwei Ausfahren und einem Labortest auf unserem Cyclus II Ergometer unterzogen haben.

Genauigkeit

Wir haben das Vector S bei zwei Ausfahrten benutzt. Das gleichzeitig montierte SRM Training System zeigte im Großen und Ganzen die gleichen Werte an. Wir wollten es aber genau wissen und haben das Vector S einem Stufentest und einem Sprinttest auf einem kalibrierten Cyclus II Ergometer unterzogen. Hier die Durchschnittswerte des Stufentests für die 1min langen Stufen:

tabelle

 

Überrascht hat uns das Ergebnis beim Sprinttest über 15s. Die Abweichungen waren hier nicht der Rede wert: Spitzenleistung (928W vs. 936W), durchschnittliche Leistung (837W vs. 838W).

Upgrade Option

Mit dem Upgrade Pedal kann man das Vector S bei Bedarf zu einem vollwertigen Links-Rechts Vector-System upgraden.

Fazit

Das Vector S ist eine kostengünstige Alternative auf dem Powermeter-Markt. Es ist unserer Meinung nach zwar immer noch kein reinrassiges Plug-and-Play-Powermeter, aber diesem Status zumindest näher als sein großer Bruder, da nur noch ein Messpedal montiert werden muss. Auf jeden Fall ist der Vector / Vector S eines der am universellsten einsetzbaren Wattmesssysteme. An fast jedem Rad kann man es einsetzten, unabhängig von Tretlagerstandard, Kurbellänge, ect. Wichtig ist vielleicht auch noch zu bemerken, dass es zuverlässig das macht, was ein Leistungsmesser machen soll: es misst die Leistung.
Für Athleten, die keine muskuläre Dysbalance haben ist es somit eine preiswerte und zuverlässige Alternative um ihr Training wattbasiert zu steuern!

Kommentare

  • sehr informativ

    Danke für den Testbericht, hat mir bei meiner Entscheidungsfindung wirlich geholfen.

  • TOP Bericht

    Schön, dass sich ein Shop so genau mit seiner Ware auseinander setzt und selbst testet. Ehrliches Fazit!

  • ok

    Könnt ihr das auch für andere Powermeter machen? Z.B. Stages?

  • Gut

    Welche Glättung würdet Ihr empfehlen? Bei 3Sec springen bei mir die Werte sehr stark....

  • Super Entscheidungshilfe

    Aber eine Frage noch, gibts auch (günstigere, die Ersatzpedale kosten ca. 160.-- Euronen) Pedale ohne jede Funktion um diese auf ein anderes Rad zu montieren damit ich beim Umstieg die Schuhplatten nicht tauschen muss? Danke. BG Sigi

  • Anwort für Siggi und Oliver

    @Oliver: kommt etwas auf das Anzeigegerät an... Bei Garmin ist der nächste Step 10s. Für gleichmäßige Stecken (z.B. im Triathlon) super, für ein Radrennen ist das Delay dann etwas zu lang. @Siggi: klar die gibt es - Look Keo, die mit den Vector Cleats problemlos funktionieren ;-)

  • Vielen Dank!

    Hey Ihr, vielen Dank für den tollen Bericht! Das macht den Unterschied zwischen den großen Händlern und den etwas "kleineren" Onlinespezis... Richtig Klasse! :-) Welchen Powermeter ich kaufe weiß ich noch nicht, aber wenn ich kaufe dann bei euch!

  • Perfekt - so muss ein Ratgeber-Artikel gemacht werden

    Danke für diesen Super-Artikel. Ich hab mir schon gedacht, dass der Unterschied zwischen dem Vector und dem Vector S auf der Einseitigkeit der Messung beruht. Hier ist es klipp und klar auf den Punkt gebracht. Prima auch die Ratschläge für die Montage. Ich glaube, bei euch werde ich kaufen.

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