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Unsere Erfahrung mit dem bePRO Powermeter Pedal

Mittlerweile gibt es die bePRO Powermeter von Favero Electronics schon seit über einem Jahr auf dem Markt. Zeit sich mal mit den Erfahrungen von mittlerweile über 1000 verkauften bePRO und bePRO S Pedalpowermetern zu befassen. Die ursprünglichen Sorgen, dass ein neuer Powermeter von einem Hersteller, der bisher in dem Bereich keinerlei Erfahrungen hatte, gerade zu Beginn viele Macken hat, haben sich zum Glück nicht bewahrheitet.

Die Leistungsmessung ist auf ähnlichem Niveau, wie bei vergleichbaren Powermetern anderer Hersteller. Natürlich gibt es auch bei den bePROs bestimmte Eigenheiten und Gefahrenquellen für Fehler. Daher gehen wir auf die Nutzung und den dabei auftretenden Besonderheiten ein.

Lieferumfang

Bei Auslieferung erhält man neben den Pedalen (die Abbildung zeigt das beidseitige bePRO Pedal Powermeter, bei der einseitigen Version bePRO S ist das rechte Pedal ohne Mess-Sensor) auch einiges an Zubehör:

bePRO Powermeter Lieferumfang

Im Vergleich zu anderen Pedalpowermetern fällt schnell auf, dass hier mehr Werkzeug beiliegt. Das liegt daran, dass die Erstmontage ein klein wenig aufwendiger ist. Inwiefern das so ist und warum - dazu kommen wir gleich.

Neben den beiden Pedalen findet sich in der Box ein Inbus-Sechskantschlüssel und ein Maulschlüssel. Diese dienen der Montage und Demontage der bePRO Pedalen.

Weiterhin gibt es zwei Justierungsstangen, eine Schablone (welche sehr schmal ist und an der Vorderseite der Verpackung angelehnt ist, wodurch sie schnell einmal übersehen werden kann) und einen Satz Montageaufkleber (ausreichend für 2 Fahrräder).

Vervollständigt wird das Zubehör durch einen Satz Pedalplatten (Look Keo Standard), USB-Kabel, Ladeadapter für die verschiedenen Steckdosen-Standards und jeweils eine Anleitung auf Englisch und Italienisch.

Wer der beiden Sprachen nicht mächtig ist, findet hier die uns erstellte deutsche Übersetzung als PDF:

https://www.powermetershop.de/media/pdf/d6/03/b2/bePRO_Benutzerhandbuch.pdf

Installation

Bei der ersten Montage der Powermeterpedale fällt sogleich die Besonderheit der bePRO auf. Die Montageaufkleber und die Ausrichtung der Sensoren anhand der Aufkleber. Wenn man sich genau an die Vorgaben der Anleitung bzw. des vom Hersteller Favero veröffentlichten Installationsvideo hält, ist das kein wirkliches Problem. Aus Erfahrung können wir sagen, dass auch handwerklich unerfahrene Nutzer problemlos die bePRO nach Anleitung bzw. Video-Tutorial installieren können:

https://www.youtube.com/watch?v=WyqXLh3plwk

Es sollte dabei aber wirklich sorgsam gearbeitet werden und exakt nach der Anleitung. So sollte der Maulschlüssel bündig auf die Mutter aufgesetzt werden und auch nur bei der Montage genutzt werden und nicht beim Entfernen der Pedale.

bePRO Powermeter MontagewerkzeugAufgrund einiger Vorfälle von Kunden, welche mit dem Maulschlüssel eher grob umgingen (zur Erinnerung: Powermeter sind hochempfindliche Elektronikgeräte) und so den Sensor beschädigten, hat Favero reagiert und bei den aktuellen bePRO Powermeter Pedalen eine neue Sicherungsmutter eingeführt, welche das Abrutschen des Maulschlüssels Richtung Sensor verhindern.

Nach dem Anbringen der bePRO Pedale kommt es zur zweiten Besonderheit, der dynamischen Kalibrierung. Diese ist notwendig, da man egal wie gewissenhaft man arbeitet, im Normalfall eine Abweichung von der optimalen Position der Sender zu den Montageaufklebern hat. Diese beträgt  meist nur ein paar Grad, aber auch die können die Genauigkeit natürlich beeinträchtigen.

Daher wird die dynamische Kalibrierung einmalig nach jeder Montage der Pedale durch geführt. Dafür tritt man 10-12 mal rückwärts, wodurch der Vorgang gestartet wird und eine LED dauerhaft leuchtet. Danach wird in der normalen Trainingsansicht des Radcomputers keine Leistung mehr angezeigt, nur noch die Trittfrequenz und bei der beidseitigen Variante eine Links-/ Rechtsverteilung von 100% : 0%.

Nun fährt man auf der Straße bzw. der Rolle für ca. 40 Sekunden gleichmäßig mit einer Trittfrequenz von 80 Umdrehungen die Minute bis die Leistung wieder angezeigt wird und die LED wieder im Normalbetrieb blinken. Bei der dynamischen Kalibrierung wird die Abweichung der Ausrichtung der Sensoren gemessen und für die Messwerte ausgeglichen.

Nun noch eine normale statische Kalibrierung (Nullstellenkalibrierung) vornehmen und die Pedale sind fertig angebracht und einsatzbereit.

bePRO Updater

Favero bietet mit dem bePRO Updater ein nützliches Zusatztool für die bePRO Pedale an. Dieses Programm kann direkt von der Seite des Hersteller heruntergeladen werden:

http://www.bepro-favero.com/en/sw-bepro/

Es befindet sich gepackt im ZIP Format und sollte vor der Nutzung entpackt werden. Dann startet man die Datei und hat nun einige Möglichkeiten mit dem Programm. Leider gibt es derzeit noch keine Version für Apple, sondern nur für Windows.

Wenn man nun die bePRO Pedale mit den USB Kabeln anschließt, werden diese erkannt und angezeigt. Nun kann und sollte man als erstes die Firmware der Pedale auf den neuesten Stand bringen.

Weiterhin kann man einige Einstellungen vornehmen, so lässt sich die Sendeleistung der Pedale verstärken, falls man Verbindungsprobleme zum Radcomputer hat. Oder wenn sich am Radcomputer die Kurbelarmlänge nicht einstellen lassen sollte, kann man dies auch im bePRO Updater machen. Die Einstellungen im Radcomputer sind allerdings immer dominant gegenüber den Einstellungen der Kurbellänge in der bePRO Updater Software.

Und falls es mal zu Problemen mit den bePRO kommen sollte, hat man im Updater auch die Möglichkeit eine Report-Datei für jedes Pedal zu erstellen, mit deren Hilfe der Hersteller eine Analyse durch führen kann.

Nutzung

Das entscheidende für jeden Powermeter ist natürlich, wie man damit trainieren kann. Bei den bePRO Powermeter Pedalen hat sich gezeigt, dass die Messgenauigkeit absolut den vom Hersteller angegebenen Werten entspricht (maximale Abweichung von +/- 2%), wobei die Abweichung im Normalfall tatsächlich eher bei unter 1% liegt. Damit ist das bePRO Powermeter vergleichbar mit den anderen Pedalpowermetern - Garmin Vector 2/ 2S und Powertap P1/ P1S.

Die Handhabung ist ansonsten wie bei fast anderen allen Powermetern: Vor jeder Fahrt (oder besser ca. 10 Minuten nach Beginn) eine statische Kalibrierung (Nullstellenkalibrierung) durchführen, um natürliche Verformungen der Dehnmeßstreifen und Temperaturschwankungen auszugleichen.

Die Pedalkörper und Achsen sind stabil verbaut und man hat die Möglichkeit die Auslösestärke einzustellen.

Durch die Position der Sender gab es lange Zweifel, ob der Q-Faktor bei Nutzung der bePRO Pedale beeinträchtigt wird. Aber es hat sich gezeigt, dass das glücklicherweise nicht der Fall ist und man dabei keine Abstriche eingehen muss.

bePRO Shims/Distanzplättchen

Jedoch führt die Position der Sensoren zwischen Pedal und Kurbelarm bei einigen Nutzern zu einem anderen Problem: So kann es sein, dass bei einigen Fahrern die Sohle der Schuhe den Sensor während der Fahrt berührt. Dieser Druck beeinflusst die Messwerte natürlich deutlich und kann auf Dauer sogar zu einer Beschädigung des Sensors führen. Man soll zwar vorab den Schuh einmal am Pedal anbringen und dann von der Seite während einer Pedalumdrehung schauen, ob er den Sender berührt. Aber es kam vor, dass bei einigen Fahren, der Schuh vorab den Sensor nicht berührte, aber während der Fahrt schon.

Daher empfehlen wir nach einiger Nutzung den Sensor zu kontrollieren. Wenn die Sohle den Sensor berührt, erkennt man das an leichten Schleifspuren an der Kante des Sensors. Für einen solchen Fall oder wenn man allgemein sicher gehen will, gibt es die bePRO Distanzplättchen / Shims, die zwischen Schuhe und Pedalplatten sitzen und für den nötigen Abstand zwischen Sohle und dem Sensor sorgen.

Der Akku des bePRO arbeitet stabil und uns sind bisher keine Fälle bekannt, bei denen die Akkuleistung spürbar nachgelassen hat oder der Akku ersetzt werden musste. Die angegebenen 30h im Trainingsmodus sind realistisch und auch noch nach mehreren Monaten intensiver Nutzung stabil.

Häufigste Probleme

Hier gehen wir auf die häufigsten Probleme ein, welche bisher bei der Leistungsmessung mit den bePRO Pedalen aufgetreten sind, mit den möglichen Ursachen und der Lösung dafür.

Problem: Es werden falsche Werte angezeigt.
Ursache: es wurde keine dynamische Kalibrierung und/oder keine statische Kalibrierung durchgeführt; die Firmware ist veraltet
Lösung: Kalibrieren; Firmware mittels bePRO Updater aktualisieren

Problem: Man kann mit der bePRO Updater Software kein Firmware Update durchführen oder eine Report Datei erstellen.
Ursache: Der bePRO Updater wurde im gepackten Format gestartet.
Lösung: Den bePRO Updater erst entpacken und anschließend die exe-Datei starten.

Problem: Es werden keine Wattwerte mehr angezeigt, die Links-/Rechtsverteilung (bei der beidseitigen Version) zeigt 100/00 an und es wird nur die Trittfrequenz angezeigt.
Ursache: Das kommt ab und an vor, wenn man während der Fahrt rückwärts tritt und so unbeabsichtigt die dynamische Kalibirierung startet.
Lösung: Die dynamische Kalibrierung abschließen.

Problem: Verbindungsprobleme oder -aussetzer mit der Head Unit
Ursache: Es kann bei ANT+ vorkommen, dass es Interferenzen mit anderen Sendequellen gibt. Anderen ANT+ Sensoren oder einem starken W-LAN-Signal.
Lösung: Die anderen Sensoren abschalten. Bei Indoortraining den W-LAN Router umsetzen oder die Position für das Indoortraining ändern. Man kann auch die Sendestärke der bePRO Pedale im bePRO Updater erhöhen setzen, das verkürzt aber etwas die Akku-Laufzeit.

Problem: Die Wattwerte schwanken stark oder sind deutlich zu hoch.
Ursache: Die Sohle des Schuhes berührt während der Fahrt den Sensor und übt so Druck auf die empfindliche Messelektronik aus.
Lösung: Cleats justieren und gegebenenfalls Shims zwischen Schuh und Pedalplatten einsetzen.

Problem: Die Werte weichen stark ab oder es gibt keine Wattwerte mehr.
Ursache: Die Sensoren haben sich gelockert und sind nicht mehr korrekt ausgerichtet.
Lösung: Die Pedale erneut montieren und die Sender wieder korrekt ausrichten. Danach erneut eine dynamische Kalibrierung vornehmen.

Fazit

Abschließend lässt sich sagen, dass Favero einen vollwertigen und robusten Power Meter anbietet. Die Ausfall- und Rekalmationsquote ist sehr gering.

Die Sorge, dass die Pedale und die Sensoren mit der Zeit Schwächen offenbaren, hat sich nach nun über anderthalb Jahren Erfahrung nicht bestätigt.

Kommentare

  • Funktionieren die bepro auch mit einem Sigma rox 10?
    Danke.

  • Hallo Thomas,

    mit der neuesten Firmware Version auf dem Rox 10.0 funktioniert die Leistungsmessung der bePRO Powermeter Pedale mit dem Sigma Rox 10.0 problemlos.

  • Danke, hat mir sehr geholfen!

  • Funktionieren die bePro Powermeterpedale auch mit Q-Rings von Rotor?
    LG!
    Thomas

  • Hallo Thomas,

    bei der Nutzung mit Q-Rings kann es zu leichten Abweichungen kommen. Die Tests ergaben etwas zu hohe Werte (1-4%). Man kann im bePRO Updater die Messungen adjustieren, indem man die ausgegebenen Werte um 2-3% senkt. Aber eine gewisse Messungenauigkeit ist dennoch gegeben bei der Nutzung mit ovalen Kettenblättern.

  • Bei meinem bePRO Pedal leuchtet kein LED.
    Welche Maßnahmen können dagegen unternommen werden?
    LG Michael

  • Hallo Michael,

    leuchten die LED auch nicht nach Anschließen an das Ladekabel zum Aufladen oder Verbinden mit dem PC?

    Am Besten für einen Support entweder direkt an Favero wenden:

    support@favero.com

    Dort ist der Kontakt leider nur auf Englisch oder Italienisch möglich.

    Oder uns für weitere Hilfe anschreiben:

    info@powermetershop.de

  • ist es normal das man die Kontermutter, 1 1/2 mal zurück drehen muss um das Pedal fest zu bekommen. Fahre die BePro S und Shimano Ultegra Kurbeln...wenn ich die Pedale anschraube mit den Unterlegscheibe und komplett rreinschraube muss ich mindestens eine 3/4 umdrehung zurück um die Markierung in Position zu bekommen.

  • Hallo Volker,

    es kann sein, dass nach dem Anbringen der Pedale mit dem Inbus-Sechskantschlüssel der Sender je nach der Postion am Ende des Festschraubens bis zu knapp einer Umdrehung zurück gedreht werden muss, um ihn in die richtige Ausrichtung zu bringen. In so einem Fall muss die Sicherungsmutter dann schon 2-3 Umdrehungen bis zum Kurbelarm angezogen werden. Das ist nicht immer gleich, kann aber natürlich auch so vorkommen, ist also nicht ungewöhnlich oder Besorgnis erregend.

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